8. Chronologische Übersicht (1919 - 1920)

1919
Die expressionistische Lyrik-Anthologie Menschheitsdämmerung, Herausgeber ist Kurt Pinthus, erscheint zunächst im Eigenverlag, ab 1920 bei Rowohlt.

1919
Hugo von Hofmannsthal wird erstmals für den Nobelpreis für Literatur vorgeschlagen. Weitere Nominierungen, drei an der Zahl, folgen; erhalten hat der Schriftsteller die Auszeichnung nie.

1. Januar 1919
Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

5. Januar 1919
Der einwöchige Spartakusaufstand beginnt.

15. Januar 1919
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von einem an der Niederschlagung des Spartakusaufstandes beteiligten Freikorps ermordet, ihre Leichen in den Berliner Landwehrkanal geworfen.

18. Januar 1919
Eröffnung der Friedenskonferenz im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles.

19. Januar 1919
Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung wird die SPD mit 37,9 % der abgegebenen Stimmen die stärkste Partei, benötigt zur Mehrheit aber noch die DDP (18,5 %) sowie die katholische Zentrumspartei (19,7 %).

11. Februar 1919
Wahl Friedrich Eberts zum Reichspräsidenten durch die Nationalversammlung.

13. Februar 1919
Philipp Scheidemann (SPD) wird zum Reichskanzler ernannt. Bildung der „Weimarer Koalition“ aus SPD, DDP und Zentrum.

21. Februar 1919
Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner wird von dem Rechtsradikalen Graf Arco erschossen.

7. April 1919
Die erste Räterepublik wird in Bayern ausgerufen.

13. April 1919
Die zweite Räterepublik wird in Bayern ausgerufen.

27. April 1919
Das Schauspiel Die Wupper von Else Lasker-Schüler wird am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt.

28. April - 1. Mai 1919
Durch Freikorps wird die bayerische Räterepublik blutig zerschlagen. Leonhard Frank, Anhänger Eisners, kehrt verwundet nach Berlin zurück; Oskar Maria Graf wird verhaftet, nach Fürsprache von Rainer Maria Rilke aus der Haft entlassen.

16. Juni 1919
Ultimatum der Siegermächte zum Versailler Vertrag.

20. Juni 1919
Rücktritt des Kabinetts Scheidemann.

28. Juni 1919
Unterzeichnung des Friedensvertrags mit Billigung der Nationalversammlung.

11. August 1919
Die neue Reichsverfassung (Weimarer Verfassung) tritt in Kraft.

Oktober 1919
Programm der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) verabschiedet.

Oktober 1919
Grundsätze der Deutschen Volkspartei (DVP) verabschiedet.

Dezember 1919
Programm der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) verabschiedet.

1920
Hans Falladas erster Roman Der junge Goedeschal erscheint bei Rowohlt.

1920
Joachim Ringelnatz, Turngedichte sowie Kuttel Daddeldu oder das schlüpfrige Leid werden veröffentlicht.

1920
Grundsätze der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) verabschiedet.

1920
Ernst Jünger, In Stahlgewittern.

1920
Erstmals finden die Salzburger Festspiele statt. Mitbegründer sind unter anderem Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss. Gespielt wird von Hofmannsthals Jedermann unter der Regie von Max Reinhardt.

10. Januar 1920
Der Friedensvertrag von Versailles tritt in Kraft.

24. Februar 1920
Erste Massenveranstaltung der NSDAP im Münchner Hofbräuhaus. Verabschiedung des Parteiprogramms.

13. - 16. März 1920
Rechtsgerichteter Kapp-Lüttwitz-Putsch. Generalstreik der Gewerkschaften. Deutschland am Rand des Bürgerkriegs. Als Hundertschaftsführer der Sicherheitspolizei weigert sich Ludwig Renn, auf revolutionäre Arbeiter zu schießen. Kurz darauf quittiert er im Rang eines Hauptmanns seinen Dienst.

Frühjahr 1920
Robert Musil lernt in Berlin seinen späteren Verleger Ernst Rowohlt kennen.

23. Dezember 1920
Der Reigen, ein Schauspiel Arthur Schnitzlers, wird am Kleinen Schauspielhaus in Deutschland uraufgeführt. Stunden vor der Aufführung vom preußischen Kultusministerium verboten, findet die Aufführung dennoch statt. In zehn Dialogszenen, die Begegnungen sexueller Natur schildernd, entwirft Schnitzler ein moralisches Bild der Gesellschaft. Bei weiteren Aufführungen kommt es zu Ausschreitungen, die mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als das Stück selbst.

zurück zur Übersicht Chronologie