6. Chronologische Übersicht (1914 Beginn des 1. Weltkriegs)

Für sein Erstlingswerk, den Roman Die Räuberbande, erhält Leonhard Frank den mit 1.000 Reichsmark dotierten Fontane-Preis.

Heinrich Manns Roman Der Untertan erscheint als Vorabdruck, der allerdings mit Beginn des Ersten Weltkriegs eingestellt wird.

Stefan Georges Gedichtband Der Stern des Bundes erscheint.

Georg Trakl lernt Else Lasker-Schüler kennen.

31. März
Christian Morgenstern verstirbt 42-jährig an Tuberkulose in Meran.

28. Juni
Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo durch einen bosnischen Serben.

1. Juli
Kurt Tucholsky tritt aus der jüdischen Gemeinde aus.

5. Juli
Österreich erwägt einen militärischen Gegenschlag gegen Serbien und bittet Deutschland um Hilfe. So soll Russland, Verbündeter Serbiens, von einem Eingreifen abgeschreckt werden. Wilhelm II. erteilt seinem Bundesgenossen „Blankovollmacht“.

30. Juli
Russische Generalmobilmachung.

31. Juli
Österreichische Generalmobilmachung.

1. August
Deutsche Generalmobilmachung. Das Deutsche Reich erklärt Russland den Krieg.

3. August
Deutschland erklärt Frankreich den Krieg. Einen Tag später Einmarsch deutscher Truppen in Belgien. Kriegseintritt Englands.

4. August
Selbst die SPD stimmt im Reichstag der Aufnahme von Kriegskrediten zu. Mit den Worten ihres Vorsitzenden Hugo Haase „Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich“ stellen sich die deutschen Sozialdemokraten geschlossen hinter Kaiser Wilhelm II.

6. August
Aufruf des Kaisers:
„An das deutsche Volk: Seit der Reichsgründung ist es durch 43 Jahre Mein und Meiner Vorfahren heißes Bemühen gewesen, der Welt den Frieden zu erhalten und im Frieden unsere kraftvolle Entwicklung zu fördern. Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer Arbeit. Alle offenkundige und heimliche Feindschaft von Ost und West, von jenseits der See haben wir bisher ertragen im Bewußtsein unserer Verantwortung und Kraft. Nun aber will man uns demütigen. Man verlangt, daß wir mit verschränkten Armen zusehen, wie unsere Feinde sich zu tückischem Überfall rüsten, man will nicht dulden, daß wir in entschlossener Treue zu unserem Bundesgenossen stehen, der um sein Ansehen als Großmacht kämpft und mit dessen Erniedrigung auch unsere Macht und Ehre verloren ist. So muß denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf! Zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter neu gründeten.Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Roß. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war.“

(Die Rede des Kaisers ist – neben weiteren Tondokumenten – in der Reihe „Stimmen des 20. Jahrhunderts“ auf CD erschienen. Zum Preis von 5 Euro können Sie diese auf den Internetseiten des Deutschen Rundfunkarchivs bestellen (www.dra.de).

26. - 30. August
Die gewonnene Schlacht über die russische Armee bei Tannenberg macht Paul von Hindenburg zum Kriegshelden.

3. November
Georg Trakl stirbt in einem Krakauer Militärhospital nach Einnahme einer Überdosis Kokain an Herzstillstand.

zurück zur Übersicht Chronologie